Wasserwissen

Sauberes Wasser ist in Industriestaaten meist überall verfügbar – in Städten, auf dem Land, Tag und Nacht.

Global betrachtet ist dessen Bereitstellung eine große Herausforderung. Unsere Vision ist es, weltweit hygienisch reines Wasser verfügbar zu machen. Aus diesem Grund ist fundiertes Wissen von großer Bedeutung.  

Wie viel Wasser wird zur Produktion von Lebensmitteln, Verbrauchs- und Gebrauchsgütern benötigt? In welchen Funktionen wird Wasser sonst noch genutzt? Hier informieren wir Sie und geben Ihnen Erkenntnisse über unsere wichtigste Ressource weiter.


WASSERWESEN MENSCH

Aus wie viel Wasser besteht der Mensch?

  • Bei seiner Geburt besteht der Mensch aus ungefähr 75 - 80 % Wasser.

  • Ist er erwachsen, beträgt der Wasseranteil nur noch 60 - 70 %, da mit zunehmendem Alter das Wasserbindungsvermögen des Körpers schwindet.

  • 92 % des menschlichen Blutes besteht aus Wasser. Das Gehirn setzt sich zu 90 %, die Muskeln zu 75 %, die Leber zu 69 % und die Knochen zu 22 % aus Wasser zusammen.

  • Der durchschnittliche erwachsene Körper enthält etwa 43 Liter Wasser.

  • Aufgaben des Wassers: Transportmittel, Lösungsmittel, Nährstoffträger, Wärmeregulator, Baustoff, Reaktionspartner

Wie entsteht unsere Wasserzufuhr und unser Wasserverlust?

  • Ein Mensch benötigt etwa 2 bis 3 Liter Wasser pro Tag.

  • Er kann in der Regel nicht länger als 3 bis 4 Tage ohne Wasser überleben.

  • Wenn ein Mensch 80 Jahre alt wird und jeden Tag 1,5 Liter Wasser trinkt, dann hat er mit 80 in seinem Leben ca. 44.000 Liter Wasser getrunken.

  • Bereits 10 % Wasserverlust erzeugt schwere Mangelerscheinungen.

  • Wasserverlust von 15 - 20 % ist lebensbedrohlich.


DIREKTER UND INDIREKTER TRINKWASSERVERBRAUCH

Der durchschnittliche direkte Wasserverbrauch pro Einwohner liegt in Deutschland bei ca. 120 Litern am Tag. Der indirekte Wasserverbrauch jedes Deutschen (= virtueller Wasserverbrauch, d. h. Einbeziehung des Wassers, das zur Erzeugung eines Produktes benötigt wird) liegt bei ca. 4.000 - 5.000 Litern am Tag.

WASSERAUFBEREITUNG – ZENTRALES THEMA DER ZUKUNFT

Die Wasserreserven der Erde sind begrenzt und der globale Wasserverbrauch und die Wasserverschmutzung nehmen immer mehr zu. Dieser Verantwortung stellen wir uns. Denn immer noch hat eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser.  

WASSERNUTZUNG

  • Trinkwasser (Mensch, Tier)
  • Reinigung (Mensch, Tier, Haushalt, Gewerbe, Industrie etc.)
  • Kühlung (industrielle Prozesse, Kühltürme etc.)
  • Energiegewinnung (Kraftwerke, Turbinen etc.)
  • Produktion (Güterherstellung, Nahrungsmittelproduktion)
  • Bewässerung (Pflanzenwachstum etc.)
  • Transportmittel (Schifffahrt etc.)
  • Freizeitgestaltung (Erholung, Sport etc.)

BEISPIELE INDIREKTER WASSERVERBRAUCH:

1 Tasse Kaffee

140 Liter

1 Liter Milch

1.000 Liter

1 kg Reis

5.000 Liter

1 Jeans

6.000 Liter

1 kg Rindfleisch

15.000 Liter

1 PKW

bis zu 300.000 Liter


Wasserhärte

Unter Wasserhärte wird die Konzentration von Ionen von Kalzium und Magnesium verstanden. Der Gehalt an Kalzium- und Magnesiumsalzen bestimmt die Eigenschaften des Wassers. Je höher deren Anteil, desto härter ist das Wasser. Kalzium und Magnesium werden deshalb auch als Härtebildner bezeichnet, ihr Vorhandensein bestimmt die "Gesamthärte". Ein deutscher Härtegrad (1° dH) entspricht 10 mg Kalziumoxid oder 7,19 mg Magnesiumoxid pro Liter Wasser.

Warmwasser- und Heizungsanlagen erfordern weiches Wasser, da sich sonst Kesselstein absetzt. Die Dosierung von Waschmitteln ist ebenfalls abhängig von der Wasserhärte, da verschiedene Tenside, insbesondere Lineare Alkylbenzolsulfonate (LAS) härteabhängig wirken. Die Härtebildner verringern die Waschkraft von Waschmitteln. Entsprechende Dosiervorschriften müssen auf den Waschmittelpackungen angegeben werden. Seife schäumt in hartem Wasser schlecht, weil sie unlösliche Kalzium- und Magnesiumsalze bildet. Die Auswirkung der Wasserhärte wird deshalb von den meisten Waschmitteln durch Zugabe von Phosphat gemildert. In der Technik erfolgt die Enthärtung u.a. durch:

  • Destillation,
  • Fällung mit Soda oder Natriumphosphat,
  • mit Ionenaustauscher durch sogenannte Enthärtungsanlagen,
  • im Haushalt durch die in Wasch- und Reinigungsmitteln eingebauten Enthärtungsmittel.

Der Deutsche Bundestag hat am 1. Februar 2007 die Neufassung des Gesetzes über die Umweltverträglichkeit von Wasch- und Reinigungsmitteln (Wasch- und Reinigungsmittelgesetz – WRMG) beschlossen. Die Neufassung ist am 5. Mai 2007 in Kraft getreten (siehe Bundesgesetzblatt Teil I vom 4. Mai 2007, S. 600). 

Diese neuen drei Härtebereiche lösen die alten vier Bereiche ab. Die Angaben müssen in Millimol Calciumcarbonat pro Liter erfolgen (was für Härteangaben international gebräuchlich ist). Es wird davon ausgegangen, dass weiterhin die Gesamthärte (Summe der Konzentrationen von Calcium und Magnesium, berechnet als Calciumcarbonat) anzugeben ist. Das Gesetz macht hierzu allerdings keine Aussage.

Die neuen Härtebereiche beruhen auf europäischem Recht; die EG-Detergenzien-Verordnung verpflichtet die Waschmittelhersteller zur Angabe von Dosierempfehlungen für diese drei Härtebereiche.

Wie bisher haben die Wasserversorgungsunternehmen dem Verbraucher den Härtebereich mindestens einmal jährlich, ferner bei jeder nicht nur vorübergehenden Änderung des Härtebereichs in Form von Aufklebern oder in einer ähnlich wirksamen Weise mitzuteilen.

Auskunft über die jeweiligen Wasserhärtebereiche erteilen die zuständigen Wasserversorgungsunternehmen. Die Wasserversorgungsunternehmen müssen einmal jährlich den Härtebereich des verteilten Trinkwassers veröffentlichen.

Wegen der gesundheitlichen Bedeutung der Wasserhärte darf Trinkwasser nicht unter 1,5 mmol/l entsprechend 8,4° dH enthärtet werden. Im Haushalt wird meist mit Ionenaustauschern enthärtet. Diese müssen mit Kochsalz regeneriert werden und belasten damit das Abwasser. Gleichzeitig erhöht sich die Natriumkonzentration im Trinkwasser.

Eine Bestimmungsmethode für die Gesamthärte von Wasser ist die Komplexomtrie.

Siehe auch:
Härtebereiche für Trinkwasser



Nach § 9 des Gesetzes sind die Wasserversorgungsunternehmen verpflichtet, 
dem Verbraucher die Härtebereiche des Trinkwassers wie folgt anzugeben:

Härtebereich weich: 
weniger als 1,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter 
(entspricht 8,4 °dH)

Härtebereich mittel: 
1,5 bis 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter 
(entspricht 8,4 bis 14 °dH)

Härtebereich hart: 
mehr als 2, 5 Millimol Calciumcarbonat je Liter 
(entspricht mehr als 14 °dH)


WAS KANN MAN MIT 1 KUBIKMETER WASSER MACHEN?

WIE LANGE MUSS MAN FÜR DEN TÄGLICHEN BEDARF AN TRINKWASSER ARBEITEN?

* durchschnittliche Trinkwasserentgelte bezogen auf einen Haushalt mit 80 m3 Jahresverbrauch
Quelle: Destatis 2013, Angaben basieren auf durchschnittlichem Nettolohn in Deutschland
© Verband kommunaler Unternehmen


Auszug Trinkwasseranalyse Stadtwerke Halver GmbH

Die Wasserhärte liegt zwischen 3,0 und 11,0 °dH, also im Härtebereich weich bis mittel.


BezeichungDurchschnittswerte (mg/l) Grenzwerte (mg/l)
Calcium42 
Magnesium4,8 
Natrium8,2 200
Kalium0,86 
Eisen0,001 0,2
Clorid 18250
Sulfat15,5240
Nitrat1750
Nitrit <0,01 0,1
Phosphat0,026,7